Adalbertsteinweg, Landgericht


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Nazi-Recht

Der amtierende Landgerichtspräsident wurde im Oktober 1933 in den Ruhestand versetzt und durch einen Nationalsozialisten ersetzt.
1943 wurde auch dieser abgelöst, da er sich, wegen der Eingabe von Rechtsbrüchen, bei der Partei unbeliebt gemacht hatte.
Neben den üblichen Strafprozessen gab es auch Vorgänge vor den neu gegründeten Gerichten wie:
Erbgesundheitsgericht – Fragen zur Sterilisation von angeblich Schwachsinnigen, Tauben, Missgebildeten, Tbc- und Leprakranken
Sondergericht – Geschehen mit „volkszersetzenden Gedanken“ wie z.B. Flugblätter, Witze, Aufrufe
Standgericht – eine Art Militärgericht.
 

 

Bild vergrößern Im April 1944 wurde das Gerichtsgebäude bei einem Angriff stark zerstört. Im Oktober zerstörten die Amerikaner bei ihrer Besetzung zahlreiche Aktenbestände.
Im Frühjahr 1945 erhielt Aachen als erstes deutsches Gericht die Erlaubnis der Militärregierung, die Gerichtsbarkeit über deutsche Staatsangehörige auszuüben, zunächst beschränkt auf zivilrechtliche Angelegenheiten.

 

Tafeltext

Politisch unliebsame und jüdische Richter und Staatsanwälte wurden nach 1933 aus dem Dienst entlassen und durch angepasste oder regimetreue Juristen ersetzt. „Rechtsprechung“ erfolgte seitdem weitgehend auf der Grundlage der nationalsozialistischen Ideologie.









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