"Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus in Aachen"
Die „Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus in Aachen“ sind als Ringbuchsammlung konzipiert, die in den nächsten Jahren noch ergänzt werden wird.
Folgende Artikel sind darin enthalten:
- Einführung - Der Weg der Wege gegen das Vergessen
- Denk-mal-Orte des (fast) gewöhnlichen Lebens
- Die Jüdische Schule in Aachen
- Der Aachener Mathematik-Professor Otto Blumenthal
- Das Lager in Haaren: die Baracke an der Hergelsmühle
- Das Lager in Walheim
- Der jüdische Friedhof in Haaren
- Nazis an der Macht
- Mord an Behinderten
- Die Verfolgung der Zeugen Jehovas
- Joseph Buchkremer
- Walter Hasenklever
- Anne Frank und ihre Aachener Familie
- Der Boykotttag am 1. April 1933
- Stummer Protest – die Heiligtumsfahrt 1937
Die „Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus in Aachen“ umfassen mittlerweile 214 Seiten und sind zum Preis von 23,50 € (einschließlich der 1. Ergänzungslieferung) bei der Volkshochschule Aachen erhältlich.
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hier herunterladen können.
27. Januar – Holocaustgedenktag
Damals verfolgt – heute vergessen?
Präsentation von Schulprojekten, Informationen, Gespräche
Der 27. Januar ist der internationale Gedenktag für alle Opfer der Nazidiktatur.
Er erinnert an den Tag im Jahr 1945, als die Häftlinge aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit wurden. Dieser Tag erinnert daran, was den Menschen während der Nazidiktatur von den Machthabern und ihren vielen Helfern angetan wurde – wie die Nationalsozialisten mit Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Andersgläubigen und Andersdenkenden umgingen, sie verfolgten und ermordeten.
Programmpunkte sind
- Präsentation der Arbeiten von Schülerinnen und Schülern zur Auseinandersetzung
mit Nazismus und Holocaust, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus;
- Informationsstände von Verfolgtengruppen;
- szenische Beiträge.
Freitag, 27. Januar 2012, 18 - 21 Uhr
Ort: Pfarrheim St. Johann, Aachen-Burtscheid, Abteistr. 7-9
Zum Vorbereitungskreis 27. Januar gehören: die Volkshochschulen Aachen und Nordkreis Aachen, Evangelisches Erwachsenenbildungswerk, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Zeugen Jehovas, Lesben- und Schwulenverbandverband Aachen, Roma-Union Grenzland, Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen, Arbeitskreis Grenzen-Los.
„Was damals Recht war…“ –
Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht
Ausstellung
6. – 30. März 2012
Nadelfabrik, Reichsweg 19-41
Diese Ausstellung zur NS-Militärjustiz wurde von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin in Kooperation mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V. erarbeitet. Sie informiert über Unrecht und Willkür der NS-Militärjustiz und dient der gesellschaftlichen Verankerung der erst im Jahr 2002 erfolgten rechtlichen Rehabilitierung ihrer Opfer. Sie wird vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien finanziert.
Im Zentrum der Präsentation stehen Fallgeschichten, bei denen es nicht nur um Personen geht, die als Deserteure abgeurteilt wurden, sondern auch um so genannte Wehrkraftzersetzer und Volksschädlinge. Darüber hinaus werden Biografien von Angehörigen des Widerstandes in besetzten europäischen Ländern dargestellt. Insgesamt wurden von der NS-Militärjustiz mindestens 22.000 Menschen hingerichtet, unzählige andere starben in Lagern oder in Strafeinheiten. Die Fallgeschichten werden in Überblicksdarstellungen zur Geschichte der deutschen Militärjustiz zwischen 1871 bis 1939 eingebettet. Zum Schluss nimmt die Ausstellung die Ausgrenzung und Nichtachtung überlebender Justizopfer in den deutschen Nachkriegsstaaten in den Blick.
Ein Flyer mit dem umfangreichen Begleitprogramm ist ab Februar 2012 in der Volkshochschule Aachen erhältlich bzw. im Internet: www.wgdv.de
Die NS-Militärjustiz und ihre Richter - 01532
Eine Funktionselite vor und nach 1945
Vortrag von PD Dr. Christoph Rass
Die wissenschaftliche und auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Wehrmachtjustiz im Zweiten Weltkrieg hat in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Nach der Diskussion um "Deserteure", Menschen also, die sich dem Dienst in der Wehrmacht verweigert haben, konnten zahlreiche Untersuchungen weiterführende Fragen zum Justiz- und Strafsystem der Wehrmacht beantworten. Erst relativ spät sind dabei die eigentlichen Täter in den Blick der Forschung geraten: Die Wehrmachtrichter und andere Funktionsträger an deutschen Militärgerichten. In der Zwischenzeit arbeiten sich Historikerinnen und Historiker von den Spitzen des Apparates, etwa vom Reichskriegsgericht, hinunter zur breiten Basis der "ganz normalen Richter" im Dienst der Wehrmacht und beginnen, Strukturen, Handlungsmuster und auch Biografien dieser für das Funktionieren des militärischen Apparates so zentralen Akteursgruppe freizulegen und zu erforschen.
Der Vortrag biete einen knappen Überblick zu neuen Tendenzen in der Aufarbeitung der Geschichte der Wehrmachtjustiz. Er konzentriert sich dabei auf Überlegungen, wie sich das Richterkorps der Wehrmacht zwischen 1939 und 1945 entwickelt hat, welche Handlungsmuster und Erfahrungen den Horizont der Militärgerichte geprägt haben. Daneben wird das generationelle Profil der Wehrmachtjuristen in die Zeit nach 1945 projiziert um Kontinuitäten in die Justizgeschichte der Bundesrepublik aufzuzeigen.
PD Dr. Christoph Rass, Verwalter der Professur für Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und Mitglied des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien; Forschungsschwerpunkte zur Sozialgeschichte des Zweiten Weltkrieges sowie zur Migrationsgeschichte des 20. Jahrhunderts
Dienstag, 6. März 2012, 19 Uhr
Nadelfabrik, Reichsweg 19-41 · Kein Entgelt
Der unbekannte Soldat - Was hast du im Krieg gemacht, Vater ?
Dokumentarfilm, Deutschland, 2006, 96 Min.
Regie: Michael Verhoeven
Die zwischen 1995 und 2004 in mehreren Städten Deutschlands gezeigte Wehrmachtsausstellung war ein Tabubruch. Bis dahin hatte die deutsche Öffentlichkeit das Bild der "sauberen Wehrmacht" gepflegt. Und nun wurde sie plötzlich mit Fotos von Soldaten beim Mord an Zivilisten konfrontiert. Die NPD marschierte vor der Wehrmachtsausstellung auf und selbst konservative Politiker waren empört. Gehören die "Verbrechen der Wehrmacht" tatsächlich zum "Familienalbum der Deutschen"?
Michael Verhoeven ("Die weiße Rose", "Das schreckliche Mädchen", "Mutters Courage") nimmt die Ausstellung über den Vernichtungskrieg im Osten (1941-1944) und vor allem die heftigen Reaktionen darauf als Ausgangspunkt für seinen aufwühlenden Dokumentarfilm. Er verfolgt die Spuren der Wehmacht bis in die Ukraine und nach Weißrussland. Anhand von zahlreichen Interviews mit Augenzeugen und Historikern in Deutschland, den USA und an den Orten des Geschehens, untersucht Verhoeven den wohl schrecklichsten Teil der Geschichte der deutschen Wehrmacht.
Donnerstag, 8. März 2012, 18 Uhr
Nadelfabrik, Reichsweg 19-41 · Entgelt: 4,- €
Fremdenhass in der Propaganda von Rechtsextremisten heute
Vortrag und Diskussion mit Michael Klarmann
Es werden in der extremen Rechten anzutreffende Formen von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus thematisiert. Anhand von Zitaten, Bildern, Songtexten und Videos wird dargestellt, wie die rechtsextreme „Bürgerbewegung Pro NRW“ ihren Fremdenfeindlichkeit „nur“ als Kritik an der „Fremd-“Religion Islam tarnt, die NPD nicht ausländerfeindlich, sondern – angeblich – nur „inländerfreundlich“ agitiert und Neonazis offene den Mord an Migranten, Juden und Politiker propagieren.
Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten ab 16 Jahren und ist multimedial gestaltet.
Mittwoch, 14. März 2012, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Raum 214 • Kein Entgelt
Rosen für den Staatsanwalt
Spielfilm, Bundesrepublik Deutschland, 1959, 95 Min. (s/w)
Regie: Wolfgang Staudte
Das Ende des zweiten Weltkriegs naht. Der Gefreite Rudi Kleinschmidt muss sich wegen zwei Tafeln Schokolade, die er auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, vor dem Kriegsgericht verantworten. Aber so gering das Vergehen auch ist, der Kriegsgerichtsrat Dr. Schramm spricht von "wehrkraftzersetzenden Tendenzen" und verhängt die Todesstrafe. Das Exekutionskommando wird von einem Tieffliegerangriff überrascht, und Kleinschmidt kann mitsamt dem Vollstreckungsbefehl entkommen.
Jahre später trifft Rudi Kleinschmidt den Mann, der ihn einst zum Tode verurteilt hat wieder. Dr. Schramm hat es zu einem angesehenen Oberstaatsanwalt gebracht, der soeben die Flucht eines Antisemiten begünstigt hat. Er sieht in Kleinschmidt eine Gefahr für seinen beruflichen Erfolg, deshalb will er ihn aus der Stadt vertreiben.
Der Regisseur Wolfgang Staudte hat einen Stoff mit zeitkritischer Tendenz als Tragikomödie inszeniert, in der bemerkenswerte darstellerische Leistungen geboten werden. Die Ironie des Films mildert die Härte der schicksalhaften Begegnungen der beiden Hauptfiguren.
Donnerstag, 15. März 2012, 18 Uhr
Nadelfabrik, Reichsweg 19-41 · Entgelt: 4,- €
Unbekannte Geschichte -
Kolonialgeschichte in Belgien, Deutschland und den Niederlanden
Euregionale Lehrer/innenfortbildung
15.-16. März 2012
Der Umgang mit der eigenen kolonialgeschichtlichen Vergangenheit ist in den Ländern des Dreiländerecks jeweils ein eigenes Problem: Congo-Gräuel, Krieg in Niederländisch-Indien, Herero-Aufstand; dies sind nur einige Stichwörter zu diesem Thema. Die Auseinandersetzung damit geschieht auf unterschiedliche Art und Weise und ist auch geprägt vom Eine-Welt-Engagement in unseren Ländern.
Themen sind u. a.
- Die Kolonien Belgiens, Deutschlands und der Niederlande;
- Herausragende Beispiele der Kolonialgeschichte;
- Entkolonialisierung;
- Rassismus – auch heute noch;
- Neuer Kolonialismus
Veranstalter ist der Arbeitskreis Grenzen-Los, dem kirchliche, kommunale und andere Weiterbildungseinrichtungen in der Euregio Maas-Rhein angehören.
Do+Fr 9 - 16 Uhr • 2x (16 Ustd.) • 50,- €/k.E.
Veranstaltungsort: Welthaus, An der Schanz 1, 52064 Aachen
Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Faltblatt, das in der VHS erhältlich ist.
Jugend im Aachen der Nazizeit
Rundgang mit Yvonne Hugot-Zgodda
Sonntag, 25. März 2012, 10 - 12 Uhr
Wie sah es in Aachen aus: Waren wirklich alle, wie es die Dienststellen nur zu gerne verkündeten, in der Hitlerjugend oder dem Bund Deutscher Mädel organisiert?
Was war mit den kirchlichen Jugendverbänden, den Pfadfindern beispielsweise oder den Sportvereinen? Was war mit der von Stephan Buchkremer aufgestellten Domwache? Leben zwischen Gemeinschaftsabenden und einen streng katholischen Elternhaus. Die Angst vor den Bomben, nachts in den Kellern und Luftschutzbunkern. Dazu der tägliche Kampf gegen den Hunger. Als der Krieg in Aachen schon fast zu Ende war, starben zwei Jungen vor einem Erschießungskommando der deutschen Wehrmacht.
Entgelt: · 5,- €
Treff punkt: Aachen, Markt, vor der Rathaustreppe
Widerstand im Rheinland 1933-1945
Vortrag von Dr. Helmut Rönz
Das Rheinland war bis 1933 kein Kerngebiet der nationalsozialistischen Bewegung. Die Wahlergebnisse der NSDAP waren im Vergleich zu anderen Regionen des Reiches schwach. Der katholische Teil der Bevölkerung war bis 1933 mit großer Mehrheit im Verbandskatholizismus verankert, auch das vorwiegend sozialistische Arbeitermilieu war weitgehend resistent.
Nach 1933 agierten Arbeiterschaft, Gewerkschaften und (katholische) Kirche im Rheinland „zwischen pragmatischer Befürwortung, Anpassung und Widersetzlichkeit" gegenüber der NS-Diktatur. Ebenso breit gefächert wie das Verhalten der Bevölkerung und der gesellschaftlichen Gruppen im Rheinland gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung war auch der Widerstand im „Dritten Reich".
Das Spektrum des Widerstands im Rheinland soll mit dem Projekt „Widerstand im Rheinland 1933-1945" des Landschaftsverbands Rheinland LVR näher erforscht werden. Über den derzeitigen Forschungsstand referiert Dr. Helmut Rönz, Projektleiter beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte.
Dienstag, 27. März 2012, 19 Uhr.
VHS, Peterstraße 21-25, Forum · Kein Entgelt
"Rechtspopulismus" - was ist das ?
Vortrag und Diskussion mit Richard Gebhardt
Seit Jahren geistert in regelmäßigen Abständen das Gespenst einer deutschen "Rechtspartei" durch die Medien. Diese Partei würde, so der Tenor der Berichte, den in der Bevölkerung vorhandenen Unmut über Einwanderung und Euro-Krise bündeln und gegen die Eliten der Europa-Bürokratie richten. Doch wie realistisch ist diese Einschätzung? Zwar sind Einstellungen wie ein generalisierender Antiislamismus in der Bevölkerung stark verbreitet, doch bislang gibt es keine politische Kraft jenseits der Union, die bundesweit langfristige Erfolge erzielt hätte. Zudem kommen "rechtspopulistische" Gruppierungen wie "Pro Deutschland" aus der traditionellen extremen Rechten und sind bei Wahlen meist erfolglos. Durch die Attentate in Norwegen bekannt gewordene Internetblogs wie "politically incorrect" wiederum haben nur einen spezifischen Wirkungsradius und Parteien und Bewegungen wie "Die Freiheit" oder "Pax Europa" scheiterten bislang mit dem Versuch, die Erfolge von Geert Wilders aus den Niederlanden auch auf Deutschland zu übertragen. Grund genug, die Erfolgsaussichten eines solchen Projekts zu überprüfen.
Der Vortrag analysiert die populistischen Stil, seine Rhetorik, Mentalität und Ideologie und fragt, welche soziale Gruppen diesen tragen (könnten).
Mittwoch, 9. Mai 2012, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Raum 214 • Kein Entgelt
Alternative Stadtrundfahrt zu Stätten
von Naziherrschaft, Verfolgung und Widerstand in Aachen
Stadtrundfahrt mit Yvonne Hugot-Zgodda
Sonntag, 20. Mai 2012, 10 - 13 Uhr
Die etwa 2 ½stündige Busfahrt geht kreuz und quer durch Aachen, vorbei an Orten, die für die Menschen der Stadt in der Nazizeit eine besondere Bedeutung hatten: das ehemalige Gestapo-Hauptquartier, die Gräber sowjetischer Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, der Platz der ehemaligen Synagoge.
Anhand dieser Punkte wird ersichtlich, wie das alltägliche Leben im Aachen der Nazizeit aussah, wie es den Juden in unserer Stadt erging, wie Widerstand gegen die Nazis geleistet wurde, welche Spuren der Krieg hinterlassen hat. Auch ein kurzer Besuch auf dem jüdischen Friedhof steht auf dem Programm dieser nachdenklich machenden Stadtrundfahrt.
3 Ustd. • 10,- € /k.E., für Jugendliche im Rahmen der verfügbaren Plätze frei
Treff punkt: Bushaltestelle Sandkaulstraße
Voranmeldung erforderlich!
Bis hierhin - und noch weiter
Abend des politischen Kabaretts
Auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Region NRW Süd-West und der Volkshochschule Aachen führt der Kölner Kabarettist Robert Griess durch diesen Abend des politischen Kabaretts. Mit von der Partie sind Heinrich Pachl, HG Butzko und Ape & Feuerstein.
Dienstag, 22. Mai 2012, 19.30 Uhr
Klangbrücke, Kurhausstr. 1,
Karten gibt es im Vorverkauf bei der VHS, Peterstr. 21-25. und beim DGB,
Dennewartstr. 17. Preis: 24,- €
Einblicke in die Rechtsextreme Jugendszene
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Manfred Schmitz
Musik, Kleidung, Codes und Zeichen spielen eine wichtige Rolle in der rechtsextremen (Jugend-)Szene. Mit bestimmten Kleidungsstücken kann man Haltung und Einstellung demonstrieren. Rechtsextreme Musik zeigt sich heute vor allem im modernen und Jugendliche ansprechenden Gewande. Sie umfasst verschiedene Stilrichtungen und vermittelt rechtsextremes Gedankengut auf vielfältige Weise.
Welche „Dresscodes“ und Kennzeichen hat die rechtsextreme Jugendszene? Welche Musik wird konsumiert?
Um diese und andere Fragen geht es an diesem Abend. Videofilme und andere Materialien machen die Sache anschaulich. Dieser Abend bietet allen (auch Eltern und Lehrer/innen) Informationen und einen Einblick in eine vielen unbekannte Szene.
Mittwoch, 23. Mai 2012, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Raum 214 · Kein Entgelt
Neonazis und Rechtsextremisten im Raum Aachen
Aktuelle Hintergründe, Protagonisten, Aktionen, Erscheinungsformen.
Vortrag und Diskussion mit Dominik Clemens
Der Raum Aachen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Schwerpunkt der Aktivitäten neonazistischer Gruppen und der NPD in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Die 2001 gegründete „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) ist eine der aktivsten „freien Kameradschaften“ im Bundesland. Die überwiegend jugendlichen Anhänger und Aktivisten der Gruppe leben in Aachen, aber auch in der angrenzenden Region Aachen und benachbarten Kreisen. Die Organisation ist mit anderen neonazistischen Gruppen vernetzt und kooperiert teilweise eng mit der NPD. Aufgrund der geographische Lage unterhält die KAL enge Kontakte zu rechtsextremen Organisationen in Belgien und den Niederlanden.
Über die etablierten NPD-Strukturen im Aachener Umland werden auch die rechtsextremen Aktivitäten in der Stadt Aachen unterstützt, wo die Neonazis im Stadtgebiet den von ihnen postulierten „Kampf um die Straße“ verfolgen. In diesem Kontext fanden zwischen November 2008 und September 2010 in Aachen vier rechtsextreme Aufzüge statt, die von örtlichen Aktivisten in Kooperation mit Neonazi-Gruppen aus dem Aachener Umland organisiert wurden. Das Ansinnen, im vorparlamentarischen Raum Einfluss zu gewinnen, äußert sich auch in einer starken Zunahme von Propagandadelikten, etwa in Form von rechten Schmierereien, im Stadtgebiet. Zudem sind Rechtsextreme dazu übergegangen, tatsächliche und vermeintliche politische Gegner gezielt anzugreifen. Mutmaßliche Neonazis haben wiederholt die Büros demokratischer Parteien und die Wohnungen engagierter Bürger beschädigt und versucht, Besucher eines alternativen Kulturzentrums zu attackieren. Eine neue „Qualität“ dieser Aktivitäten wurde im Herbst 2010 bekannt, als zwei Aachener Neonazis verhaftet wurden, denen die Vorbereitung von Sprengstoffverbrechen gegen Polizeibeamte und politische Gegner zur Last gelegt wird.
Der Referent arbeitet im Projekt Toleranz fördern – Kompetenz stärken, das einen Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus entwickelt hat.
Mittwoch, 13. Juni 2012, 19 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Raum 214 • Kein Entgelt
„Aachen ’44“
Ein Film über die letzten Kriegsmonate 1944/45 in Aachen
45 Minuten
Die Dokumentation beschreibt mit Hilfe von Aufnahmen aus deutschen, amerikanischen, englischen und kanadischen Archiven die Kriegsjahre 1944 und 1945 und die Zerstörungen in der traditionsreichen Stadt Aachen. Das Inferno des Bombenkrieges, der Verlauf der Kämpfe, das Leben der Bevölkerung in Kellern, Bunkern und anderen Behausungen und die Evakuierung stehen als Beispiele für den Widersinn des Krieges. Am 21. Oktober 1944 ergaben sich die deutschen Streitkräfte der 1. US-Division. Die Stadt war sinnlos zerstört worden. Als die Schlacht beendet war, lebten noch 6 000 Aachener in ihrer Stadt, darunter Bischof van der Velden. Auf seinen Vorschlag ernannten die Amerikaner den Rechtsanwalt Dr. Franz Oppenhoff zum ersten Oberbürgermeister der Stadt nach rund 12 Jahren NS-Diktatur. Er wurde am 25. März 1945 von einem deutschen Kommandotrupp, der am Stadtrand mit Fallschirmen abgesprungen war, heimtückisch ermordet.
Mittwoch, 18. Juli 2012, 17 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Forum • Entgelt: 4,- €
„You enter Germany“:
US-amerikanisches Dokumentarfilmmaterial über den Raum Aachen 1944/45
60 Minuten
Die Konejung-Stiftung hat im letzten Jahr Filmmaterial veröffentlicht, das während der Kämpfe 1944/45 im Raum Aachen von US-Truppen aufgenommen wurden. Aus Gründen der Dokumentation wurde dieses Material weder vertont, noch geschnitten und ermöglicht so einen Einblick in die Arbeitsweise amerikanischer Kameramänner. Viele der Motive können noch heute verortet werden. Ein Audiokommentar gibt weitere Hintergrundinformationen zur Entstehung und zum historischen Kontext der Aufnahmen.
Daraus zeigen wir an diesem Nachmittag den Film "Westwall - Aachen - Hürtgenwald, 1944" mit Aufnahmen des US Signal Corps.
Mittwoch, 1. August 2012, 17 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Forum • Entgelt: 4,- €